Bei jedem Menschen sehen wir das sichtbare als Körper, als Gesicht und manchmal noch die Ausstrahlung. Bei jedem Menschen ist hinter der Fassade das unerklärliche Unbewusste vorhanden. Dies, wie in der Psychologie beschrieben als Unterbewusstsein.
Das Unbewusste wird sehr oft mit dem Unterbewusstsein gleichgestellt. Doch dem ist nicht so. Unbewusst ist z.B. unser Herzschlag, der schlägt einfach, wir müssen nicht bewusst daran denken oder es ausführen. Das Unterbewusstsein ist unser Urinstink, auch Bauchgefühl genannt. Es tritt immer als erstes in Kraft, wenn wir z.B. vor einer Entscheidung stehen. Meist ist dies der «richtige» Weg, bevor unser Hirn / Verstand einsetzt, das uns meist rational denken und handeln lässt.

Doch woher kommt dies. Durch unsere Eltern wird über die DNA und Gene schon ein grosser Teil in uns eingepflanzt. Über die Kindheit und Jahre werden wir zu dem, was wir sind, mit vielen positiven wie auch negativen Erlebnissen. Alle Erlebnisse werden irgendwo im Körper und Gehirn gespeichert. Wir nennen dies heute Muster oder Verhaltensweisen. Diese Erfahrungen und Erlebnisse aus der Vergangenheit machen uns zu dem, was wir im jetzt sind. Doch, wie können wir diese Erlebnisse (Muster) verändern, die Prozesse durchbrechen und zu einem neuen ICH werden?
Die Lebenswelt unseres Gehirns zeichnet sich durch äusserst hohe Komplexität aus. Die zahlreichen Pfade und Schaltkreise sind durch vielfältige synaptische Kontakte miteinander verbunden. Das so gebildete Netzwerk gleicht einem hoch entwickelten Nervensystem und hat eine Art Bewusstsein. Wohl die meisten, wenn nicht alle der entwickelten Lebewesen, können Kontakt zu diesem Netzwerk herstellen.
Die Neuroplastizität ermöglicht es, Neuronen anatomisch und auch funktionell zu regenerieren und neue synaptische Verbindungen herzustellen. Die Gehirnplastizität oder Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns, sich selbst zu regenerieren und erneut zu strukturieren.
Um neue synaptische Verbindungen im Gehirn herzustellen, braucht es Übungen und Wiederholungen. Wie bereits beim «Anker» beschrieben, haben wir div. Anker, die uns helfen mit der Selbsthypnose die Verbindungen zu stärken. Die Anwendung dieser Werkzeuge braucht Zeit und es stellt sich nicht von heute auf morgen eine Verbesserung ein. Gemäss Hirnforschung stellt sich nach zwei Wochen bereits ein sehr positiver Effekt ein. Nach zwei Monaten ist aus diesem Pfad eine Autobahn geworden, bei einem täglichen Training / Selbsthypnose.
Durch neue Erfahrungen und Lernprozesse legt das Gehirn neue Pfade an. Bei diesen neuronalen Pfaden oder Schaltkreisen handelt es sich um Verbindungen zwischen Nervenzellen. Diese Verbindungswege bilden sich im Gehirn durch tägliches Verwenden und Üben, vergleichbar mit einem Gebirgspfad, der sich beim täglichen Begehen durch einen Hirten und seiner Herde bildet. Die Neuronen eines solchen Pfades kommunizieren miteinander über einen Berührungspunkt, die Synapse. Diese Kommunikationswege können das ganze Leben lang regeneriert werden. Jedes Mal, wenn neues Wissen erworben wird (durch wiederholtes praktizieren), wird die synaptische Kommunikation zwischen den Neuronen gestärkt.

Eine bessere Kommunikation zwischen den Neuronen bedeutet, dass die elektrischen Signale viel effizienter übertragen werden, wenn ein neuer Pfad gebildet oder verwendet wird. Wenn du beispielsweise versuchst, einen Vogel zu erkennen, werden neue Verbindungen zwischen spezifischen Neuronen angelegt. Die Neuronen der Sehrinde vermerken die Farbe, Neuronen der Hörrinde identifizieren den Gesang und andere den Namen des Vogels. Um zu wissen, um welchen Vogel es sich handelt, werden Attribute wie Farbe, Gesang und Name oft wiederholt. Bei jeder erneuten Verwendung des neuronalen Pfades und bei jeder neuronalen Übertragung zwischen den für diese Information verantwortlichen Neuronen, wird bei jedem neuen Versuch die Effizienz der synaptischen Übertragung verbessert.
Die Kommunikation zwischen relevanten Neuronen ermöglicht es, die Kognition ständig zu verbessern. Die synaptische Plastizität ist wohl der Grundpfeiler, auf dem die erstaunliche Formbarkeit des Gehirns ruht.
Das Bewusstsein und das Unterbewusstsein sind zwei verschiedene Aspekte des menschlichen Geistes.
Das Bewusstsein bezieht sich auf den Teil des Geistes, der sich auf unsere unmittelbaren Gedanken, Empfindungen und Handlungen konzentriert. Es umfasst alle Gedanken, die wir in unserem gegenwärtigen Zustand direkt wahrnehmen und kontrollieren können.
Das Un(ter)bewusstsein bezieht sich auf den Teil des Geistes, der sich unterhalb der bewussten Wahrnehmungsschwelle befindet. Es umfasst alle Prozesse, die automatisch ablaufen, ohne dass wir uns ihrer bewusst sind, wie z.B. die Steuerung unserer Atmung oder unseres Herzschlags.
Das Unterbewusstsein spielt auch eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Emotionen und Erfahrungen. Viele unserer Überzeugungen, Gewohnheiten und Verhaltensmuster sind tief im Unterbewusstsein verankert und beeinflussen unser Denken und Handeln, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.
Insgesamt lässt sich sagen, dass das Bewusstsein der Teil des Geistes ist, den wir direkt steuern können. Während das Unterbewusstsein der Teil ist, der uns im Hintergrund beeinflusst und unser Verhalten und unsere Erfahrungen prägt. Doch da wir jetzt wissen, dass wir ebenfalls das Unterbewusstsein ändern und verändern können, sofern wir dem bewusst sind, uns auch da nichts mehr im Wege steht 😊

Sigmund Freud erkannte, dass seine Hypnose-Patienten bestimmte Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit verdrängten. Dass da etwas existierte, was nicht in ihrem Bewusstsein war, aber manchmal zurückgeholt werden konnte, und dass dieses Unbewusste psychische Auswirkungen hatte, oft sogar deutlich stärkere als das Bewusste. Dies war die Geburtsstunde der Psychoanalyse und einer ganz neuen Betrachtungsweise.
Freud zog ein Ich aus dem Hut, ein Über-Ich und ein Es, er stellte Theorien auf, verwarf sie wieder, forschte weiter und grübelte zeitlebens über das Verhältnis zwischen dem Ich und dem Bewusstsein nach. Das Unbewusste teilte er dabei ein in ein Verdrängungs-Unbewusstes (dynamisch), ein Momentan-Unbewusstes (deskriptiv, vorbewusst) und ein Voll-Unbewusstes (z.B. vegetativ).

Am Unbewussten ist kaum jemand interessiert, am Unterbewussten hingegen schon, wie z.B. Personen, die uns etwas verkaufen wollen, oder die, die politische Macht anstreben.
Diese Personen möchten wissen, was in der Kundin und was in der Wählerin vorgeht. Sie möchten genaustens wissen, was sie motiviert und zu den expliziten Entscheidungen führen, am liebsten besser- als diese selbst es wissen.
Was wir nicht vergessen sollten, ist, über das Unterbewusste kann man uns bis zu einem hohen Grad steuern. Teils grenzwertig, jedoch auch chancenreich. Sehen wir die grosse Chance und nutzen diese doch im Mentaltraining. Legen wir los und profitieren von den Ergebnissen der Konsum- und Wahlforscher.
Je mehr wir über das Bewusstsein wissen, desto mehr wissen wir über das Unterbewusstsein, und umgekehrt. Es ist wichtig zu verstehen, dass wir immer beide Seiten der Medaille benötigen, um unsere Kräfte zu erkennen, sie effektiv zu trainieren, um diese dann optimal von Nutzen zu machen.
Ob sich das Bewusstsein und das Unterbewusstsein jemals vollständig «entschlüsseln» lassen, bleibt fraglich. Sicher ist, die Wissenschaft ist mit dem Verbreiten von Prognosen vorsichtiger geworden.
Täglich erfahren die Forscher mehr über die Rätsel des Bewusstseins und des Unterbewusstseins aus hunderten von Fachzeitschriften. Es werden Experimente durchgeführt und Modelle aufgestellt und überall liest man: Wir stehen gerade erst am Anfang. Was ein gutes Zeichen ist. Wenn man nämlich am Anfang von etwas steht, darf man noch viel erwarten.
Es gibt verschiedene Techniken und Praktiken, die du anwenden kannst, um dein Unterbewusstsein zu trainieren:

Denke daran, dass das Unterbewusstsein nicht direkt kontrolliert werden kann, sondern durch indirekte Methoden positiv beeinflusst / verändert wird. Mit teilweise etwas Ausdauer und Geduld kannst du jedoch deine Denkweise und Gewohnheiten verändern und so dein Unterbewusstsein trainieren.